Kintsugi live in Pesch

In unserer Trauergruppe, die unter anderem von der Netzwerkkirche gestaltet wird, haben wir uns am Mittwoch mit dem Thema Kintsugi beschäftigt. Jede teilnehmende Person erhielt einen eigenen Schlüssel, der achtsam wieder zusammengeklebt und anschließend mit Goldstaub verziert wurde. Begleitet wurde die praktische Arbeit von einem kurzen theoretischen Impuls sowie passenden Arbeitsblättern. So entstand Raum, um über Brüche, Heilung und neue Perspektiven ins Gespräch zu kommen.
Kintsugi ist eine traditionelle japanische Kunstform. Der Begriff setzt sich aus „kin“ (Gold) und „tsugi“ (verbinden oder flicken) zusammen. Dabei werden zerbrochene Gegenstände – meist Keramik – nicht unsichtbar repariert, sondern bewusst mit Gold, Silber oder anderen edlen Materialien wieder zusammengesetzt.
Die Bruchstellen werden dabei hervorgehoben und gelten nicht als Makel, sondern als Teil der Geschichte des Gegenstands. Kintsugi steht symbolisch dafür, dass Brüche, Verletzungen und Verluste zum Leben gehören und dass gerade sie etwas Neues, Wertvolles und Schönes entstehen lassen können.
Oft wird Kintsugi deshalb als Bild für Heilung, Hoffnung und einen achtsamen Umgang mit eigenen Wunden verstanden – besonders auch in der Trauerarbeit.