Auszeit im Raderbroicher Wald: Mit allen Sinnen unterwegs

Spiritueller Spaziergang der Netzwerkkirche lädt zum Innehalten, Lauschen und Nachdenken ein
Manchmal braucht es nicht viel, um aus dem Alltag herauszukommen: ein Waldweg, Zeit, Ruhe und Menschen, die bereit sind, sich auf neue Gedanken einzulassen.
Zu einer solchen „Auszeit“ im Raderbroicher Wald hatte die Netzwerkkirche eingeladen. Unter der Leitung von Andrea Voss machte sich die Gruppe gemeinsam auf den Weg durch die Natur. Der spirituelle Spaziergang wird seit einigen Jahren angeboten und erfreut sich großer Beliebtheit.
Dass das Format so gefragt ist, hat auch einen guten Grund: Die „Auszeit“ ist kein gewöhnlicher Spaziergang. Sie verbindet Bewegung in der Natur mit Zeiten der Stille, Impulsen, persönlichen Gesprächen und kleinen Übungen, die dazu einladen, den eigenen Blick zu verändern.
Zeit für das, was sonst zu kurz kommt
Im Alltag ist vieles von Tempo geprägt. Termine, Nachrichten, Gespräche und Aufgaben bestimmen unseren Rhythmus. Bei der „Auszeit“ geht es bewusst darum, diesen Rhythmus für einige Stunden zu unterbrechen.
Die Gruppe bewegte sich gemeinsam durch den Raderbroicher Wald – allerdings immer wieder in unterschiedlichen Phasen und mit unterschiedlichen Aufgaben.
Es gab Zeiten des Austausches und des Gesprächs, in denen persönliche Gedanken und Erfahrungen miteinander geteilt werden konnten. Ebenso wichtig waren aber die Phasen des Lauschens und Zuhörens.
Die Natur wurde dabei selbst zum Teil des Programms: Geräusche des Waldes wahrnehmen, bewusst hinschauen, den eigenen Gedanken Raum geben und für einen Moment nicht schon an das denken, was als Nächstes erledigt werden muss.
Zuhören statt sofort antworten
Ein besonderer Bestandteil des Spaziergangs waren die verschiedenen Impulse, Texte und kleinen Aufgaben, die Andrea Voss der Gruppe mit auf den Weg gab.
Dabei ging es nicht darum, möglichst schnell eine Antwort zu finden. Vielmehr sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufmerksam werden – auf die Umgebung, auf die anderen Menschen und nicht zuletzt auf sich selbst.
Manche Impulse regten zum Nachdenken an, andere führten unmittelbar zu Gesprächen. Wieder andere Aufgaben konnten ganz für sich allein erlebt werden.
So entstand während des Spaziergangs eine besondere Mischung aus Gemeinschaft und persönlicher Zeit, aus Gespräch und Stille, aus Bewegung und Innehalten.
Ein beliebtes Format mit begrenzter Teilnehmerzahl
Die „Auszeit“ gehört inzwischen zu den etablierten Angeboten der Netzwerkkirche und ist regelmäßig sehr gefragt.
Damit die besondere Dynamik der Gruppe erhalten bleibt und echte Begegnung und Austausch möglich sind, gibt es bewusst eine Obergrenze bei der Teilnehmerzahl. Eine größere Gruppe würde den Charakter des spirituellen Spaziergangs verändern und insbesondere die persönlichen Gesprächsphasen erschweren.
Auch in diesem Jahr war das Interesse deshalb größer als die verfügbaren Plätze. Leider mussten einigen Interessierten Absagen mitgeteilt werden.
Die große Nachfrage zeigt zugleich, wie sehr Menschen offenbar Angebote schätzen, die ihnen Zeit, Ruhe, Begegnung und einen Perspektivwechsel ermöglichen.
Natur als Ort der Begegnung
Der Raderbroicher Wald erwies sich dabei einmal mehr als ein besonderer Ort für dieses Format.
Abseits des gewohnten Umfelds fällt es leichter, den Alltag für eine Weile hinter sich zu lassen. Der Weg durch den Wald schafft Bewegung und verändert zugleich den Blick. Was sonst vielleicht nebensächlich erscheint – ein Geräusch, ein Lichtstrahl zwischen den Bäumen, ein besonderer Moment der Stille – kann plötzlich wieder bewusst wahrgenommen werden.
Die Natur wird so zum Resonanzraum für die eigenen Gedanken.
Eine Auszeit, die nachwirkt
Am Ende des Spaziergangs stand nicht das Gefühl, möglichst viel „Programm“ erlebt zu haben. Im Gegenteil: Die besondere Qualität der „Auszeit“ liegt gerade darin, weniger zu müssen und mehr wahrzunehmen.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten Gespräche führen, zuhören, schweigen, nachdenken, sich bewegen und neue Impulse mitnehmen.
Und vielleicht war genau das die wichtigste Erfahrung dieses Tages: Eine Auszeit muss nicht bedeuten, weit wegzufahren. Manchmal reicht ein Weg durch den Wald, ein wenig Zeit und die Bereitschaft, sich auf einen anderen Rhythmus einzulassen.
Die Netzwerkkirche bedankt sich herzlich bei Andrea Voss für die Leitung und bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihre Offenheit, ihre Gespräche und die gemeinsame Zeit im Raderbroicher Wald.
Die große Nachfrage macht Mut, dieses besondere Angebot auch künftig fortzuführen.